17
Jul

Design als Instrument der Kommunikation

Rows of colorful chairs

Angesichts der unübersichtlichen Fülle täglich neu erscheinender Produkte und Dienstleistungen in der globalisierten Marktwirtschaft fällt zunächst die wachsende Bedeutung des Designs als Instrument der Kommunikation auf. Design ist ein Weg zur Gestaltung eines erfolgreichen Anreizsystems, das zielgruppenspezifisch den Kauf und die Nutzung von Produkten oder Dienstleistungen als vorteilhaft erscheinen lässt. In einem ersten Fazit überlagert somit die Gestaltung einer Welt der Erscheinung zunehmend die noch im Vordergrund stehende Welt der Funktion. Im großen Umfang kann man heute davon sprechen, dass Design ein Gegenstand der Kommunikationswissenschaft ist, mit dem sich hohe Erwartungen an die Leistungsfähigkeit einer Disziplin verknüpft. Zugleich wird bei genauer Betrachtung deutlich, welche Verantwortung und welcher Einfluss damit verbunden sind, denn Design steuert und verursacht Interaktionsverhalten, sei es durch den Entwurf des Produktes selbst oder durch die Gestaltung der Kommunikation (Corporate Identity) eines Unternehmens. Peter Sloterdijk schreibt in seinem Buch „Der ästhetische Imperativ“ Design sogar das „Zeug zur Macht“ zu. Von Macht zu sprechen ist wohl zu stark formuliert, da Design nur ein Teil des Marktgeschehens ist. Allerdings handelt es sich in einer an Konsum orientierten Welt um einen durchaus einflussreichen und sehr verführerischen Teil. Design hat auf der einen Seite das Zeug, zu manipulieren und reale Prozesse zu verdecken, auf der anderen Seite bietet es die Chance, Orientierung zu geben, Kompetenz zu erweitern, Bildung zu vermitteln und Nutzung zu verbessern. Es ist in vielerlei Hinsicht geeignet, Kommunikationsbarrieren in den internationalen Märkten abzubauen oder einfach Freude zu bereiten. Angesichts der ambivalenten Möglichkeiten des Umgangs mit Design ist eine differenzierte Betrachtung unerlässlich für einen eindeutigen Umgang damit. Begreift man Design nicht nur als Gestaltung der Erscheinung, der äusseren Fassade, die sich auf Knopfdruck beliebig verändern lässt, sondern auch als ein sozial und kulturell gebundenes Phänomen, wird deutlich, welche Aufgabe Design heute tatsächlich zu übernehmen hat.

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